22.09.2008 Der Impresario von Smyrna - von Carlo
Goldoni Die Misere um eine neue Aufführungsstätte für Austria Theater Werke lässt der Kreativität der Spielgruppe keinen Abbruch.
Fleißig arbeitet die Gruppe unter der Regie von Franz Lehner an einem italienischem
Luststück um Farbe in die tristen Wintermonate zu bringen.
Helle Aufregung herrscht unter den Sangeskünstlern einer italienischen Stadt. Der reiche türkische Geschäftsmann Ali soll Protagonisten für seine
neue Oper in Smyrna suchen. Graf Lasca, selbsternannter Förderer der schönen Künste, bietet einigen arbeitslosen Sängerinnen und Sängern an, sie mit dem Fremden bekanntzumachen. Von der Primadonna assoluta bis
zum kleinsten Schmieristen: Die Aussicht auf Ruhm und Geld treibt sie zu den bizarrsten Verrenkungen. Zwischen Selbstdarstellung und Intrige bleibt die Kunst da auch schon einmal auf der Strecke. Macht nichts,
denn auch Ali hat keine Ahnung von Oper. Zuerst genießt er es einfach, Hahn im Korb zu sein, doch die Verführungskünste der singenden Damen und auch Herren werden immer
drastischer...
Premiere ist am 13. November 2008 im Cafetheater MAESTRO Linz (www.maestro-linz.com).
Weitere Vorführungstermine: 14., 15., 20., 21., 22. November 2008, jeweils um 20 Uhr. Kartenvorverkauf in allen Raiffeisen Banken Oberösterreichs und unter 0699/18195920
(www.atw-theater.at).
Carlo Goldoni, geboren 1707 in Venedig, schrieb über 150 Komödien, Tragödien und Opernlibretti – und
reformierte dabei das italienische Theater seiner Zeit. Seine Komödie Der Impresario von Smyrna ist eine liebevolle Abrechnung mit dem Theater und seinen großen und kleinen KünstlerInnen, mit ihren Eitelkeiten,
Intrigen und lustvollen Theaterkrächen; mit Menschen, für welche die Bühne die Hauptsache ist und die sie damit für die Zuschauer zur herrlichsten Nebensache der Welt
machen.
Das ATW – Austria Theater Werke – entstand aus einer Initiative von Theaterkollegen bei den Reichenauer Burgfestspielen heraus. Seit 1995 spielt
die Laiengruppe theatralische Schmankerl im Kulturzentrum HOF. 1999 errichtete das ATW eine eigene Spielstätte in Linz Wegscheid. Mit eigener Probe- und Aufführungskulisse konnte man mehr Unabhängigkeit zeigen
und prälierte in Zusammenarbeit mit anderen Laiengruppen in mehreren Werken. 2004 musste das Theaterhaus nach dem Verkauf von der ÖBB an die Silhouette der Firmenerweiterung des Käufers
weichen.
In der Zeit der Bühnentätigkeit entwickelte sich ein neues offenes Kulturhaus für Off-Szene. Neben dem theatralischen Schwerpunkt lockte das ATW auch immer wieder mit
Kabarettstücken und Lesungen.
Seit 2004 ist die Theatergruppe bemüht, wieder ein Theaterhaus in der Neuen Heimat oder auch in Leonding entstehen zu lassen. Anfangs war
die Politik noch offen für diese Idee. Das ATW wurde auch in den Präsentationsunterlagen für Linz 2009 aufgeführt. Aber die Bemühungen wurden mit der Zeit immer schwerfälliger. Seitens der Politik wurden nie
zusagen, aber auch keine Absagen zu dem Projekt getätigt. Und zurzeit sieht es sogar so aus, als wolle Linz das Projekt ATW ganz sterben lassen. Projekte mit internationalem Flair und im Stadtzentrum haben laut
Linz einfach Vorrang. Scheinbar finden da die Arbeiten der alteingesessenen Theaterfreunde keinen Platz mehr. Schade, dass Kultur hier eine Klassengesellschaft und einer regionalen Abhängigkeit
unterliegt.
Das ATW sucht nun nach medialer Unterstützung und nach Förderungen aus der Wirtschaft – um auch in Zukunft wieder eine Kulturbühne in gleicher
Qualität bieten zu können. Mit Interviews und Ideen bitte an Otto Kitzmüller, Obmann ATW (Tel. 0699/18195920),
wenden.
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