01.08.2006 Presseaussendung: Projektförderung Austria Theater Werke – Neuer Standort
Sehr geehrter Herr Damen und Herren der Presse,
ich möchte mich für die positiven Reaktionen in den vergangen Monaten bezüglich unseres neuen Stückes und auch
bezüglich der Standortfrage in Linz bedanken.
Die Politik ist
dieser Berichtserstattung nachgekommen und hat sich für die Förderung eines neuen Standortes für das ATW-Theater entschlossen.
Diesem Beschluss liegen aber 2 Jahre intensiver Arbeit voraus, in denen ein geeigneter Standort gesucht und gleichzeitig um
Förderungen angesucht worden ist. Der Standort war damals bald gefunden. Immer unter dem Gesichtspunkt, dass unsere Kulturarbeit wieder im Stadtteil „Neue Heimat“ geschieht. Um einerseits die Kultur nicht nur im
Linzer Zentrum aufleben zu lassen, sondern um auch kulturbegeisterten außerhalb von Linz die Erreichbarkeit zu vereinfachen. In den ehemaligen Mickstöttnerhallen haben wir für uns den optimalen Standort
gefunden. Die Erreichbarkeit durch öffentliche Verkehrsmittel war gegeben, die Erreichbar durch das Auto war auch optimal, da sich die Halle am Schnittpunkt der Salzburger Straße mit der A7 befindet. Die
anliegende Siedlungsgemeinschaft hat uns auf diese Halle hingewiesen und die Anrainer befürworteten das Projekt. Das Architekten-Duo Josef Dürrhammer und Anton Heckmann haben einen ausgeklügelten Plan entworfen
und zwei Jahre nach langen Änderungen und Recherchearbeiten und Nutzungsplänen haben wir es endlich erreicht, dass Linz und Land den Förderungen zustimmte.
Das war auch dringend nötig, da das ATW-Theater als eines der 5
Theater in Linz für die Ausschreibung Linz 2009 aufgezählt und auch beworben wurde. Nur nach dem Verkauf im Jahr 2004 der Liegenschaften, in denen sich das alte Theater befand, war das ATW Theater sozusagen
obdachlos. Wir hätten nun endlich mit den Umbauarbeiten beginnen und somit rechtzeitig für 2009 das Comeback feiern können.
Die neuen Liegenschaften sind im Besitz der Immorent, einer Tochter der ERSTE. Am Beginn der Verhandlungen haben wir stets
kommentiert, dass eine Anmietung der Räumlichkeiten erst möglich ist, wenn die Förderungszusagen der Politik am Tisch sind. Ein gemeinnütziger Verein kann sich Investitionen in dieser Höhe nicht leisten – auch
nicht deren Finanzierung. Deswegen wurde anfangs ein Prekarium über diese Räumlichkeiten vergeben und das Equipment des ATW-Theater bereits in diesen Räumlichkeiten
untergestellt.
Doch je länger diese Förderung
auf sich warten ließ, desto ungeduldiger wurde die Immorent.
Nun hat uns scheinbar das Glück in jeglicher Hinsicht verlassen: Nach unseren jahrelangen Bemühungen gibt es jetzt einen Rückschlag. Vor kurzem erhielt ich ein Schreiben von den Firmen Arealis und
Immorent, in denen mir mitgeteilt wurde, dass das Prekarium mit Ende dieses Monats aufgelöst wird und dass exakt die Hallen, welche für unser Projekt in Planung standen, an ein Catering-Unternehmen vermietet
werden. Ein suchendes Gespräch mit Immorent wurde abgelehnt – es wurde nur schriftlich von Herrn Dr. Woharcik (Immorent) kommentiert, dass seitens Immorent kein Interesse mehr besteht, diese Hallen an ein
Theater zu vermieten. Grund dafür seien die lang anhaltenden Verhandlungen in den letzten Jahren, die zu keiner Lösung gefunden haben.
Ich habe Dr. Woharcik immer und immer wieder erklärt, dass die Austria Theater Werke ohne Fördermittel keinem Mietvertrag
zustimmen könne. Da wurden wir in letzter Konsequenz als „nicht interessanter“ Kunde gewertet und für die Objektvermietung nicht mehr in Betracht gezogen. Seltsam ist nur, dass in dem 10.000 m2 großen Areal
genau die 500 m2 vermietet wurden, welche für unser Projekt vorgesehen waren. Die Immorent informierte uns nicht über den Vertragsabschluss und laut Auskunft der Arealis geschah die Vermietung just an dem Tag,
an dem Herr Dr. Watzl der Förderung vorbehaltlich zugestimmt hat. Mittlerweile ist dieser Mieter sogar vom Vertrag zurückgetreten, da angebliche vorhandene Betriebsanlagengenehmigungen doch nicht vorliegen.
Dennoch hegt die Immorent KEIN Interesse mehr an eine Vermietung an ein Theater.
Bis dato waren die Gespräche mit der Immorent immer auf gleicher Informationsebene. Sieben Jahre Laufzeit sollten nie ein Problem gewesen sein und die Hallen können jederzeit
angemietet werden. Aber plötzlich wird nach meiner Anfrage nach längeren Mietverträge (größer 10 Jahre) seitens der Immorent nur noch kommentiert, dass es lediglich nur mehr 3-Jahres-Vertäge gibt und unsere
gewünschten Hallen nicht mehr verfügbar sind – obwohl diese eigentlich wieder verfügbar wären.
Mir sind uns Hände gebunden. Ich habe löblicherweise Förderungszusagen, aber kein Objekt mehr. Nun sind die Austria Theater Werke wieder auf der Suche
nach geeigneten Objekten in Linz/Wegscheid bzw. Neue Heimat und hoffen aber, dass auch für neue Projekte die Politik ein offenes Ohr für uns hat.
Wir finden es eine Unverschämtheit, wenn in Linz schon seit etwa 6 Jahren riesige Hallenflächen leerstehen, aber Besitzer wie
Immorent und ERSTE nicht gewillt sind, diese Flächen für kulturelle Arbeiten freizugeben. Es sei nicht wirtschaftlich genug, hört man oft. Es scheinen für die Immorent nur Großabnehmer zu zählen, die gar nicht
vorhanden sind. Kultur dürfte der ERSTE-Gruppe in der Hinsicht egal sein.
Was wir jedoch sehr bedauerlich finden: die Immroent bewirbt sich selbst auf deren Homepage mit folgendem Leitbild:
UNSERE
WERTE Wie wir
denken und handeln
Gemeinsam Solidarität und Loyalität bestimmen den Geist unserer Mitarbeiter und unseres Unternehmens: Wir sind für unsere Kunden da. Unsere Kunden begleiten wir als zuverlässiger
Partner vom Anfang bis zum Ende des Projektes. Wir gehen auf die Wünsche unserer Auftraggeber ein und entwickeln miteinander die beste Lösung. Fair Wir behandeln einander mit Respekt und werden für unser Engagement leistungsgerecht entlohnt. In der Partnerschaft mit unseren Kunden achten wir auf ein ausgeglichenes Verhältnis
von Chancen und Risiken. Wir agieren seriös und halten anerkannte ethische Grundsätze ein. Offen Das Vertrauen unserer
Mitarbeiter, Geschäftspartner und der Öffentlichkeit liegt uns besonders am Herzen. Daher ist ein transparenter und ehrlicher Dialog für uns selbstverständlich. Gleichzeitig sind wir offen für schöpferische
Ideen und Neuerungen. Unsere Unternehmenskultur basiert auf Vertrauen. Verantwortlich Wir wollen unsere
Kunden von möglichst vielen Aufgaben entlasten und maßgeblich zu ihrem Erfolg beitragen. Die sorgfältige und gewissenhafte Behandlung der uns übertragenen Aufgaben ist unser größtes Anliegen. Dafür fühlen wir
uns verantwortlich.
Da ist es doch seltsam, dass wir aus dem Prekarium plötzlich gekündigt werden, da ein Theater auf einmal nicht mehr interessant genug ist.
Es würde mir sehr am Herzen liegen, wenn die Presse über diesen Vorfall
der Immorent berichten würde, um der Öffentlichkeit zu zeigen, dass solchen Konzernen nur der Geldfluss wichtig ist, aber nicht die Umgangsweise mit den kleineren Kunden. In diesem Fall ist es für uns noch dazu
unverständlich, da der Immorent es lieber zu sein scheint, wenn das Objekt leer steht.
Für Informationen und Gespräche stehe ich jederzeit zur Verfügung und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Otto Kitzmüller
Obmann Austria Theater Werke
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